Wichtig ist, dass diese Episoden eine vielversprechende Geschichte der Verschmelzung zwischen etablierten Gewerkschaften und selbstorganisierten oder Basisbewegungen zur “Wiederherstellung der Solidarität” erzählen, ungeachtet des anfänglichen (manchmal anhaltenden) gegenseitigen Misstrauens. Erfolgreiche Beispiele für Verhandlungen im Rahmen atypischer Arbeit, die vor Jahrzehnten im Bereich der Zeitarbeitsfirmen und in Sektoren, in denen atypische Arbeit weit verbreitet ist, wie die Kultur-, Kreativ- und Medienindustrie, entstanden sind, bestätigen, dass “Systeme in der Lage sind, sich an unterschiedliche und neue Arbeitsformen anzupassen, wie die OECD in ihrem jüngsten Beschäftigungsausblick 2019 erläutert. Da kollektive Interessen, die sich strukturell gegen die des Managements stellen, trotz großer fortlaufender Veränderungen unverändert bleiben, können schwierige Zeiten neues Denken anregen und damit neue Möglichkeiten für Kollektivverhandlungen eröffnen. Die Aushandlung der digitalen Transformation der Arbeit ist ein wesentliches Ziel des sozialen Dialogs zur Organisation von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, insbesondere in der Plattformwirtschaft. Tarifverträge können flexible Maßnahmen einführen, um Ungleichgewichte, die sich aus dieser Transformation ergeben, schneller und genauer auszugleichen als durch Gesetzesreformen und individuelle Rechtsstreitigkeiten. Dieses jetzt in Gang gesetzte Unterfangen zeugt von der Langlebigkeit der kollektiven Autonomie im digitalen Zeitalter. Am 15. August 2018 ist der neue Tarifvertrag für den slowenischen Handelssektor (“neue CA”) in Kraft getreten. Derzeit ist sie nur für Arbeitgeber verbindlich, die Mitglieder der slowenischen Industrie- und Handelskammer, der slowenischen Handelskammer, des slowenischen Arbeitgeberverbandes sind, kann aber für alle Arbeitgeber aus dem Handelssektor verbindlich werden, wenn das Ministerium für Arbeit, Familie, Soziales und Chancengleichheit eine Entscheidung über die erweiterte allgemeine Gültigkeit erlässt. Nicht standardisierte und insbesondere plattformvermittelte Arbeitnehmer stehen bei der effektiven Ausübung ihrer kollektiven Stimme vor ernsthaften Hindernissen. Es gibt drei Hauptarten von Hindernissen, die eng miteinander verflochten sind. Die Beschäftigten der früheren Beschäftigungsgruppen 1 bis 6 müssen je nach Tätigkeit den Beschäftigungsgruppen A bis H im Rahmen des neuen Beschäftigungsgruppensystems zugeordnet werden. Sie werden im nächsthöheren Mindestlohn der jeweiligen Beschäftigungsgruppe im Tarifvertrag eingestuft, bei dem frühere Dienstjahre unerheblich sind – der Arbeitnehmer wird immer dem ersten Jahr der neuen Stufe zugeordnet.

Solche Erhöhungen des Mindestlohns können auf bestehende (nicht zweckgebundene) Überzahlungen angerechnet werden. Sollte der ALTE Mindestlohn im Tarifvertrag höher sein als der NEUE Mindestlohn der fünften Stufe, so muss der Arbeitnehmer dennoch dieser Stufe zugeordnet werden. Die Differenz zwischen dem NEUEN Mindestlohn und dem ALTEN Mindestlohn wird als “Reformbetrag 1” ausgewiesen und jährlich erhöht wie die Imponentumgehälter des Tarifvertrags (ein “Reformbetrag 2”, der für Transfers bis zum 1. November 2019 zu zahlen sein kann, wird hier nicht erörtert).