“Ein allgemein verbindlicher Tarifvertrag würde dann auch für Amazon gelten”, sagte Akman. Neue Streiks für einen Tarifvertrag mit dem Online-Händler Amazon gehen am Amazon-Standort in Bad Hersfeld weiter. Verdi und Amazon streiten seit 2013. Die Gewerkschaft strebt einen Tarifvertrag für die Beschäftigten in deutschen Verteilzentren an, der sich an der Einzelhandels- und Versandwirtschaft orientiert. Amazon hat solche Forderungen zurückgewiesen und darauf bestanden, dass es sich auch ohne Tarifverhandlungen um einen “fairen und verantwortungsvollen Arbeitgeber” handelt und die Löhne, die es zahlt, am oberen Ende des Einzelhandels- und Versandhandels stehen. Ein Amazon-Sprecher sagte, das Unternehmen sei ein fairer und verantwortungsbewusster Arbeitgeber, auch ohne einen Tarifvertrag zu haben, und fügte hinzu: “In unseren Fulfillment-Centern sind unsere Löhne am oberen Ende dessen, was in vergleichbaren Jobs bezahlt wird.” (18. Februar 2019) Verdi hat mit Celenus, der Tochtergesellschaft des französischen privaten Altenpflegeunternehmens Orpea in Deutschland, einen Tarifvertrag geschlossen. Es folgte ein langer Streik von 202 Tagen. Es umfasste mehrere Demonstrationen und europäische Solidaritätsaktionen. “Die Streiks finden auch unter der Schirmherrschaft der aktuellen Tarifrunde im Einzel- und Versandhandel statt. Amazon-Beschäftigte fordern eine Erhöhung der Reallöhne und Tarifverhandlungen, damit das Unternehmen Löhne und Arbeitsbedingungen nicht auf Kosten aller Mitarbeiter und anderer Unternehmen drückt. Ver.di fordert, dass die Tarifverträge im Einzelhandel endlich für allgemeinverbindlich erklärt werden, um die dramatische Erosion der Tarifverhandlungen umzukehren. Eine allgemein verbindliche Verpflichtung würde dann auch für Amazon gelten”, sagte Nutzenberger.

Verdi forderte zudem, tariflich verbindliche Tarifverträge im einzelhandel zu machen. Im festgefahrenen Tarifkonflikt mit Amazon befindet sich Verdi nun im dritten Jahr des Konflikts. Seit April 2013 wird weiter gestreikt, zunächst nur an den Standorten Bad Hersfeld und Leipzig, in letzter Zeit wurden die Streiks auf sechs der acht Standorte mit Fulfillment-Centern (Graben, Rheinberg, Werne, Leipzig, Koblenz, Bad Hersfeld) ausgeweitet. Amazon lehnt den Abschluss eines Tarifvertrags mit Verdi bisher kategorisch ab. Die Gewerkschaft Verdi rief zum 48-stündigen Streik auf, um die Tarifverhandlungen mit dem Einzelhandelsriesen “zu beschleunigen”.